• 19.03.2020
  • Unternehmen

„Niemand wird entlassen, notfalls verzichte ich auf mein Gehalt“

In der Corona-Krise stärkt LIQUI MOLY-Geschäftsführer Ernst Prost seiner Mannschaft und seinen Kunden weltweit den Rücken

März 2020 – Die Weltwirtschaft steht wegen der Coronapandemie am Abgrund und deren Entwicklung ist ungewisser denn je. Dessen bewusst, bezieht LIQUI MOLY-Geschäftsführer Ernst Prost klar Stellung für seine Mitunternehmer: „Niemand wird entlassen. Wenn es sein muss, verzichte ich auf mein Gehalt.“

Anfang der Woche hatte Ernst Prost seine Mitunternehmer, wie die Mitarbeiter bei LIQUI MOLY genannt werden, mit einer Prämienzahlung in Höhe von 1.000 Euro überrascht. „Zur Motivation und als Zeichen der Sicherheit, denn diese gerät in der Krise schnell ins Wanken.“ Gestern wandte er sich per Mail nochmals an alle Kolleginnen und Kollegen: „Mit Angst und Sorgen kann man nur schlecht leben oder gar Großes leisten. Deshalb habe ich Ihnen versprochen, dass sie keinerlei finanzielle Einbußen erleiden müssen. Es wird niemand entlassen!“ Das gilt für alle Mitunternehmer – im Inland und für die in den Tochtergesellschaften in Spanien und Portugal, Italien, Frankreich, Südafrika und den USA. Hinzu kommen Mitunternehmer in Dänemark, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden, in Thailand, China, Japan und Indien. „Nicht nur das Geschäft ist global, auch die Verantwortung. Überall müssen die Kolleginnen und Kollegen ihre Familien ernähren können.“

Oberste Priorität hat für den Geschäftsführer der Schutz der Gesundheit seiner Beschäftigten und von deren Familien. „Auf der anderen Seite versuchen wir so lange als möglich, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ein anstrengender, aber notwendiger Spagat“, weiß Ernst Prost. Das setzt das Funktionieren der Lieferketten in der Beschaffung wie im Absatz voraus. „So lange das gewährleistet ist, halten wir die Produktion in Ulm und in Saarlouis aufrecht.“

Darüber hinaus ist es dem Geschäftsführer wichtig, weiterhin Löhne und Gehälter in vollem Umfang und pünktlich ausbezahlen zu können. Gerade jetzt, obwohl wegen der Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus die Auftragsrückgänge drastisch und die Einnahmen dementsprechend niedrig sind. Auf das laufende Jahr gesehen muss LIQUI MOLY eine Lohnsumme inklusive Sozialversicherungsbeiträgen von circa 57 Millionen € erwirtschaften. „Das sind die Aufgaben denen wir uns seit Tagen  rund um die Uhr stellen“, so Ernst Prost.  Für den Fall der Fälle geht er noch einen Schritt weiter: „Wenn die Lage es erfordert, verzichte ich auf mein Gehalt. Jeder opfert sich auf, da muss der Kapitän Vorbild sein, damit die Mannschaft vertrauen kann.“

Der Geschäftsführer sieht sich nicht nur seinen Mitunternehmern gegenüber in der Verantwortung, sondern auch gegenüber seinen Kunden in der ganzen Welt. „Wo wir helfen können, werden wir das tun. Erste Hilferufe haben mich auch schon persönlich erreicht, beispielsweise aus Mexiko. In diesem Land grassiert nicht nur das neue Virus, sondern dort belasten auch Inflation und Gewalt das Leben der Menschen.“ Man tue alles Menschenmögliche, um noch Ware, die Basis für die Aktivität der Kunden, zu den Partnern zu bringen. Im Ausland sieht Ernst Prost die Lage bedrohlicher als in Deutschland, weil in den meisten Ländern die wirtschaftliche Kraft und staatliche Hilfsprogramme mit Deutschland nicht vergleichbar seien. Ein Blick nach Italien zeige apokalyptische Verhältnisse. „Manches ohnehin schon geschwächte Land liegt bereits am Boden. Wir bleiben so lange als möglich standhaft.“

Tobias Gerstlauer
Leiter Öffentlichkeitsarbeit D/A/CH
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